Recruiting Video für eine soziale Einrichtung – am Beispiel Diakonie Bremen: Wie ich seit Mitte 2024 mit laufendem Video-Content dabei helfe, FSJ-Stellen zu besetzen.
Diakonie Bremen
Laufende Video-Content-Erstellung für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ), 1–3 Posts pro Woche
Mitte 2024
FSJ-Stellen zu besetzen, ist für die Diakonie Bremen über die letzten Jahre spürbar schwerer geworden – ein Beleg dafür, dass Fachkräftegewinnung per Video auch im sozialen Bereich zunehmend gefragt ist, weil klassische Wege allein nicht mehr reichen.
Junge Menschen wollen heute oft schnell studieren, schnell in die Karriere starten – ein Jahr "dazwischen" fühlt sich für viele nach verlorener Zeit an.
Gleichzeitig ist das Spektrum der Interessierten breiter geworden als früher: von Jugendlichen aus schwierigen, teils zerrütteten Verhältnissen bis zu Abiturient:innen, die bewusst eine Pause wollen oder erstmal testen möchten, ob ein sozialer Beruf überhaupt zu ihnen passt. Dazu kommt die schlechte Bezahlung, die der Gesetzgeber für das FSJ vorsieht – ein struktureller Nachteil, den kein Video allein wegmachen kann.
Für externe Unterstützung wie mich ist bei sozialen Trägern zudem oft wenig Budget da. Ich bin trotzdem auf die Diakonie Bremen zugegangen, weil mir das Thema persönlich wichtig ist – ich bin selbst sozial engagiert, und FSJ-Stellen zu erhalten ist für mich mehr als nur ein Projekt.
Seit Mitte 2024 übernehme ich die laufende Video-Content-Erstellung speziell um das FSJ-Thema – 1 bis 3 Posts pro Woche, die zeigen, was ein FSJ bei der Diakonie Bremen wirklich bedeutet: ehrlich, nah an der Zielgruppe, ohne die üblichen Hochglanz-Floskeln, die bei Jugendlichen ohnehin nicht ziehen.
Ehrlich? Diese Sorge ist berechtigt, weil viele es schon mal probiert haben und dann wieder eingeschlafen sind. Bei einem Kunden sind die Videoaufrufe von durchschnittlich 5 auf über 250 pro Video gestiegen (klingt niedrig, ist bei YouTube Kanälen unter 50.000 Abonennten tatsächlich Durchschnitt), seit wir regelmäßig dranbleiben – nicht durch ein Wunder, sondern weil endlich jemand konsequent macht statt sporadisch zu posten. Und bei einem anderen Kunden sind die ausgeschriebenen Stellen seitdem jedes Jahr komplett besetzt. Kein Zauber, sondern regelmäßige Contenterstellung und Pflege der Community.
Ein professionelles Recruiting-Video kostet in Deutschland je nach Umfang zwischen etwa 1.500 € und 9.000 €; ein professioneller Drehtag liegt meist bei rund 2.000–7.500 €. Günstiger pro Clip wird es, wenn aus einem Drehtag mehrere Videos für Website und Social Media entstehen. Laufendes Social Recruiting kostet zusätzlich typischerweise 1.500–3.000 € pro Monat inklusive Werbebudget.
Video-Content erreicht junge Menschen dort, wo sie sich informieren: auf Instagram, TikTok und YouTube. Kurze, authentische Einblicke echter Freiwilliger erzeugen Vertrauen und mehr Bewerbungen als klassische Aushänge. In der Case Study Diakonie Bremen wurden durch laufende Video-Content-Erstellung die FSJ-Stellen seit Mitte 2024 jedes Jahr vollständig besetzt — wichtig, weil der Bundesfreiwilligendienst bundesweit von 41.871 (2017) auf 33.251 Teilnehmende (2025) zurückging.
Ja. In Sozialarbeit und Erziehung bestehen die größten Fachkräftelücken Deutschlands — 2023/2024 fehlten laut IW rund 18.325 Sozialarbeiter:innen und 21.013 Kräfte in der Kinderbetreuung. Klassische Jobbörsen reichen da oft nicht. Social-Media-Recruiting erreicht auch passiv Suchende und senkt den Cost-per-Hire spürbar; in der Pflege liegen die Kosten pro Bewerbung häufig bei nur 15–25 €. Entscheidend ist authentischer Content statt Hochglanz-Werbung.
Am besten funktionieren kurze, echte Mitarbeiter-Videos: „Tag-im-Leben“-Formate, ehrliche Team-Statements und Einblicke in den konkreten Arbeitsalltag — ohne Werbefloskeln und ohne Schauspieler. Authentizität schlägt Produktionsaufwand: Einrichtungen, die eigene Mitarbeitende als Gesichter einsetzen, erzielen deutlich höhere Klick- und Bewerbungsraten als solche mit generischen Imagebildern oder Stockfotos.
Erste Bewerbungen gehen bei gut aufgesetzten Social-Recruiting-Kampagnen meist innerhalb weniger Tage ein, sobald die Lernphase des Algorithmus abgeschlossen ist. Nachhaltige Wirkung entsteht durch laufende Content-Erstellung statt Einmal-Produktion: In der Case Study Diakonie Bremen sichert die kontinuierliche Video-Arbeit die vollständige Besetzung aller FSJ-Stellen Jahr für Jahr seit Mitte 2024.
Rebecca Emmeluth Video- & Social-Media-Freelancerin
Ich bin Video- und Social-Media-Freelancerin aus München und arbeite mit Kleinunternehmen, Personal Brands und sozialen Einrichtungen zusammen – für Unternehmer:innen, die für ihre Sache brennen! Außerdem bin ich Referentin für Social Media im BDG, Berufsverband Kommunikationsdesign.
Seit Mitte 2024 unterstütze ich die Diakonie Bremen dabei, FSJ-Stellen über laufenden Video-Content zu besetzen – mit messbarem Erfolg.
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